ein Held im 3. Reich

Yad Vashem ehrt deutschen Retter von Juden
Die israelische Holocaustgedenkstätte Yad Vashem hat dem Deutschen Helmut Kleinicke, der während des Holocausts Juden rettete, posthum die Ehrung „Gerechter unter den Völkern“ verliehen. Kleinicke, Bauingenieur und ein Mitglied der NSDAP, rettete in seiner Funktion als Kreisbauleiter im oberschlesischen Chrzanow (heute Polen) dutzenden, möglicherweise hunderten Juden das Leben. Er schützte seine jüdischen Arbeiter vor der Deportation, versteckte kranke und geschwächte in seinem Keller und verhalf vielen zur Flucht. Er verstarb 1979. Bei der Verleihung in der Residenz des israelischen Botschafters vergangenen Dienstag in Berlin nahm Kleinickes Tochter Jutta Scheffzek die Ehrung anstelle ihres Vaters entgegen. Josef Königsberg (95), den Kleinicke persönlich vor dem Transport ins 20 Kilometer entfernte Auschwitz bewahrte, wohnte der Zeremonie bei. (Foto: Yad Vashem, ICEJ)
„Heute ist der schönste Tag in meinem Leben“, sagte Königsberg, der nach Kriegsende erfolglos nach seinem Lebensretter gesucht hatte. Kleinickes Einsatz wurde erst 2016 bekannt, dank der Bemühungen Königsbergs und der Recherchen deutscher Medien. Yad Vashem ehrt Nichtjuden, die während des Holocausts Juden unter Einsatz ihres Lebens gerettet haben, mit dem Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“. Es gibt nach aktuellem Stand 27.363 „Gerechte unter den Völkern“. Kleinicke ist erst der 628. Deutsche, der diese Ehrung erhält.

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